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Mai Mob(bing) - Meinrad Mairl
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domna è...
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maimob
Als ich mich begann mit dem Thema „Mobbing“ ernsthafter zu befassen, hätte ich mir nicht träumen lassen, ein so großes Feedback zu erhalten. Zu Anfang basierte mein Wissen auf eigene Erfahrungen im Sozialbereich und Berichten von Betroffenen. Ich habe festgestellt, dass die Leiden der Personen weniger Ursachen in ihrer Geschichte haben, sondern in zunehmenden Maße die Folge feindseliger Handlungen anderer Personen waren, die, um sich selbst zu bestätigen, ein Opfer brauchen, das sie manipulieren und verfolgen können. Sowohl in ihrem persönlichen Umfeld als auch am Arbeitsplatz verharren die Opfer in dieser Falle und werden, was zu sein man ihnen vorwirft: VERSAGER.
Viele Freunde und Kollegen meinen, dass sich die Opfer in ihrer Rolle wohl fühlen und sprechen von Masochismus, persönlichen Faktoren (narzisstische Belastbarkeit) und organisatorischen Einflüssen (Konfliktverleugnung und Verheimlichungsbereitschaft) sowie der Vergangenheit des Systems. Mir geht es mehr darum herauszufinden, wie es möglich ist, einen anderen in die Enge zu treiben, um ihn mit Worten, Blicken, Andeutungen psychisch zu vernichten. Dabei ist mir völlig klar, dass es wenig Sinn macht an die Vernunft oder Verantwortungsbewusstsein des Aggressors zu appellieren. Je mehr man strampelt, desto tiefer sinkt man ein. Seelische Gewalt wird in der Berufswelt oft verschwiegen. Zeugen fürchten sich bei einer Aussage berufliche Nachteil in Kauf nehmen zu müssen und Verantwortungsträger haben wenig Lust sie zu ahnden. Leider ist zu beobachten, dass sich dieser perverse Führungsstil weiter ausbreitet. Hinter der Fassade guten Verhaltens bedienen sich Organisationen vom Sozialbereich bis in die Wirtschaft seelischer Gewalt, um sich jener zu entledigen, die sie als schwache Glieder im Gefüge beachten. Wer nicht genügend Leistung erbringt, zu oft krank oder nicht fügsam genug ist, muss mit Druck rechnen, mit Schikanen und Demütigungen die darauf abzielen, ihn zum Verlassen der Firma zu bewegen.
Keiner ist dafür verantwortlich, keiner hat Schuld, so lautet eben das Gesetz des Marktes.
Man darf sich keiner Illusion hingeben: hier herrscht ganz klar das Gesetz des Stärkeren. Was zählt – ganz gleich, ob im zwischenmenschlichen Bereich oder auf der Ebene der Organisationen, ist allein die Absicht, den Anderen zu unterwerfen. Ob die Betroffenen dabei an Leib und Seele Schaden nehmen, spielt keine Rolle.
Seelische Gewalt darf nicht länger einfach hingenommen werden und dieses Forum soll ein Schritt in diese Richtung sein.